Sonntag, 8. Juli 2007

Herold.at: vom Telefonbuch- zum Reiseanbieter

Herold.at, eines der größten Online-Portal Österreichs, hat nun auch den Online-Reisemarkt für sich entdeckt. Zum Angebot gelangt man entweder über das bekannte Portal www.herold.at und den Menüpunkt „Reise buchen“ oder direkt mittels der Adresse www.reise-hero.at. Die Inhalte stammen dabei von Ruefa Reisen, FTI Frosch Touristik und Drive FTI.

Was auf der Seite als erstes ins Auge sticht (und das tut es wirklich), ist die kräftige aber eintönige Farbgebung (dunkelrosa?!?) – optisch attraktiv ist es jedenfalls nicht. Laut Angabe der Plattformbetreiber werden von sämtlichen Reisen nur beschränkte Kontingente angeboten, deren Verfügbarkeit durch einen Counter angezeigt wird (hat hier jemand „Homeshopping TV“ gesagt?). Stark hervorgehoben wird vor allem das Preisargument (Bestpreis-Garantie). Ob die Angebote auch wirklich günstig sind, kann ich nicht beurteilen. Generell ist mir sonst nichts aufgefallen, was eine besondere Erwähnung verdient hätte. Auf der Reisewebsite von Herold wird man wohl nichts finden, was man nicht auch auf den anderen, unzähligen Reiseportalen findet (siehe dazu auch meine Linksammlung „Hotel- und Reiseplattformen“. Damit meine ich jetzt nicht das tatsächliche Reiseangebot, sondern vielmehr die Features der Website.

Was mich etwas verwundert, ist die Positionierung am Markt, die hier von Herold angestrebt wird. Der Nutzer wusste bisher, wenn er auf herold.at geht, findet er Adressen und Telefonnummern in Österreich sowie Firmen in Österreich. Ergänzt wurde das ganze durch eine Internet Suchmaschine (auch speziell für das österreichische Web) und einen Routenplaner mit sehr gut gemachten Luftaufnahmen von Österreich (ähnlich wie Google Earth). Jetzt hätte man die Chance gehabt, auch als Spezialist für Österreich-Urlaub aufzutreten, was in Kombination z.B. mit dem Routenplaner und den Luftaufnahmen ein sehr großes Potential hätte. Stattdessen bekommt man nun eine „wir auch“ Reiseplattform, die niemand wirklich braucht. Sicherlich wird man durch die hohen Benutzerzahlen von herold.at einiges an Traffic auch auf die Reiseseiten bringen und dementsprechend Buchungen verzeichnen können. Ob man sich aber mittelfristig gegenüber den anderen Anbietern behaupten kann, muss sich erst zeigen. Und ob die Entscheidung für die Marke „Herold“ die richtige war, darf durchaus kritisch betrachtet werden.

Samstag, 23. Juni 2007

Konferenz zum Thema Blogs im Tourismus

Am 12.07. findet in Kitzbühel (Tirol, Österreich) die erste Konferenz zum Thema "Blogs im Tourismus" statt. Initiiert wurde die Veranstaltung durch das Tourismus Research Center Krems, Kitzbühel Tourismus und der Charles Darwin University, Australien. Themen der Konferenz sind die Analyse von Inhalten von Tourismus-Blogs und Foren, das Verständnis für den Prozess des Informationsaustauschs sowie Strategien zum Umgang mit virtuellen Communities.


U.a. werden auch folgende Arbeiten in Kitzbühel präsentiert:

Bauhuber, F. and Oellrich, J. (tourismus-zukunft.de): Inside of a blog - Background and thoughts from the touristic blog tourismus-zukunft.de
Carson, D. (Charles Darwin University) and Stuart, M. (The University of Queensland): The 'Blogosphere' as a Market Research Tool for Tourism Destinations: a case study of Australia's Northern Territory
Pekar, V. and Shiyan O. (Computational Linguistics Group, HLSS, University of Wolverhampton): Discovery of Subjective Evaluations of Product Features in Hotel Reviews
Pühringer, S. (Kitzbühel Tourismus) and Taylor, A.: A practitioner report on tourism blogs.
Sharda, N. and Ponnada, M. (Victoria University, Australia, School of Computer Science and Mathematics): Tourism Blog Visualiser for Better Tour Planning
Waldhör, K. (Krems Research): etBlogAnalysis - Analysing touristic Webblogs and forums using statistical and computer linguistic methods for quality control
Wenger, A. (University of Applied Science Krems): Anaylsis of Travel Bloggers' Characteristics and their Communication about Austria as a Tourism Destination

Nähere Informationen und Anmeldungsmöglichkeiten findet man hier.

Freitag, 15. Juni 2007

ENTER 2008 in Innsbruck

Die von IFITT (International Federation for Information Technology and Travel & Tourism) organisierte Konferenz ENTER findet vom 23 - 24 Januar 2008 wieder in Innsbruck statt. Die Veranstaltung steht diesmal unter dem Motto "eTourism: The View from the Future".

Kommendes Jahr feiert die ENTER bereits ihr 15jähriges Jubiläum. Details zur Konferenz und zu wichtigen Terminen findet man auf www.enter2008.com.

Samstag, 9. Juni 2007

Metasuchmaschine Sprice.com investiert kräftig in Europa

Sprice.com - eine Reisemetasuchmaschine des französischen Unternehmens Coelis - wurde nun auch als deutschsprachige Plattform gelauncht. Laut Angaben des Betreibers will man im September mit Marketing Kampagnen in Deutschland starten, um die Bekanntheit von Sprice.com zu erhöhen und den Traffic zu steigern. Insgesamt sind Investitionen von 8 Millionen Euro in Europa geplant (Venture Capital kommt von Sofinnova und von Walden International). Im Moment werden u.a. viele Veranstalter und Internet-Reiseanbieter kontaktiert, um mit Sprice.com zu kooperieren (und zwar mit einer sprachlich recht lustigen Power-Point Präsentation, die wohl von einem Übersetzungsprogramm aus dem Französischen übersetzt wurde - hier hätte man wohl besser einen Teil des Kapitals in einen deutschsprachigen Mitarbeiter investieren sollen ;-)). Auf den ersten Blick wirkt der Auftritt recht unspektakulär und die deutsche Version ist auch erst als Beta-Version verfügbar. Was die Zukunft von Meta-Suchmaschinen betrifft möchte ich auch noch mal auf meinen Artikel zum Thema „Google Universal Search“ verweisen.

Donnerstag, 7. Juni 2007

Interhome präsentiert neues Online-Reisemagazin

Ein Online-Reisemagazin als Ergänzung zur bestehenden Homepage hat jetzt der Ferienhausanbieter Interhome vorgestellt. Das interaktive Magazin nennt sich INTER@HOME (man hätte wohl auch einfach Interhome Magazin sagen können, statt dieser Begriffskonstruktion) und wurde von der Hamburger Agentur sitegeist media solutions umgesetzt, die auch schon den neuen Webauftritt Anfang des Jahres programmiert hat (eTourismus.info berichtete). Das Magazin wurde sehr schön multimedial umgesetzt. Animierte Bilder und Videos machen richtig Lust auf Urlaub, für die passenden Unterkünfte wird dann direkt auf die entsprechenden Angebote von Interhome verlinkt. Alles in allem vorbildlich gemacht. Einziger Nachteil: die Ladezeiten sind am Anfang sehr lange, gerade User mit langsamerer Internetverbindung werden hier wohl frühzeitig abspringen. Ansehen kann man sich das Online-Reisemagazin hier.

Montag, 28. Mai 2007

Aktuelle EC3-Studie zeigt Bedarf an Web 2.0-Features

Im Rahmen einer Studie zur Tourismus-Plattform www.oberoesterreich.at der OÖ Tourismus Technologie GmbH (TTG) führte das EC3 (E-Commerce Competence Center, Wien) eine Online-Umfrage unter 1.547 Usern durch.

Hier die wichtigsten Ergebnisse, die nicht wirklich neu und überraschend sind: Die User wünschen sich mehr Reiseberichte, Bewertungen und Empfehlungen der Angebote durch vorherige Besucher sowie die Möglichkeit zur Erstellung individueller Reisepläne. Weiters gab es auch vielfach geäußertes Interesse an downloadbaren Karten für Wander- und Radwege.

Was also zunehmend gefragt ist, sind Web 2.0-Features, die inzwischen zum Standard-Repertoire jeder aktuellen Tourismus-Plattform zählen sollten. Die Plattform der TTG wird nach eigenen Angaben in diesem Sinne auch strategisch weiter entwickelt werden.

Sonntag, 20. Mai 2007

Ersetzt Google alle Buchungsplattformen?

Ein heißes Thema ist im Moment Google’s „Universal Search“. Dieses neue Feature ermöglicht, kurz gesagt, die Integration von verschiedensten Quellen (Fotos, Videos, News etc.) in ein einziges Suchergebnis. Geordnet sind die Suchergebnisse dann nach der von Google zugeordneten Relevanz, unabhängig von der Art der Information. Mit dem Search-Know-how und der unglaublichen Datenmenge, auf die Google Zugriff hat, wird es in Zukunft nicht sonderlich schwer sein auch Musik, Jobs und eben auch Travel-Content (Flüge, Hotels, Mietwagen etc.) entsprechend zu filtern und adäquat als Ergebnis zu präsentieren.

Steht uns damit also mittelfristig etwa auch das Ende aller Reise- und Hotelbuchungsplattformen bevor? Eines ist sicher: wenn der Internet-User bei einer Suche nach z.B. „Hotel London 100 Euro“ so schnell wie bisher von Google gewohnt ein vernünftiges Ergebnis bekommt (verknüpft mit Google Maps, Bildern, einen Link für die Flugbuchung und evtl. noch Usermeinungen aus Blogs) – warum sollte er es dann nicht nutzen? Hier wird die einfache und schnelle Bedienung den Ausschlag geben. Niemand hat dann mehr Zeit und Lust, die teils umständliche Navigations- und Buchungslogik vieler Reiseportale zu erlernen, um eben mal ein Hotelzimmer zu buchen. Der User ist eben inzwischen verwöhnt. Ich sehe dieses Szenario tatsächlich als ernsthafte Bedrohung für jene Plattformen, deren Hauptfokus die Hotelsuche und –buchung ist. Jene Plattformen, die kombinierbare Pakete aus Flug, Mietwagen, Zimmer, Wellnessgutschein etc. anbieten, haben bessere Karten.

Über das Schicksal von Reiseplattformen wird jedenfalls entscheiden, welchen Zusatznutzen Sie dem User anbieten können. Und mit Zusatznutzen meine ich nicht möglichst viele buchbare Angebote, Informationen und Features. Google kann all das integrieren. Nein, es geht hier um einen tatsächlichen monetären oder emotionalen Nutzen (günstigere Preise, Bonusmeilen, Geschenke etc.) wenn ich die Dienste einer Buchungsplattform in Anspruch nehme. Kundenbindung ist hier das Stichwort, Kreativität ist gefragt.

Denkbar ist natürlich auch, dass es nicht soweit kommen wird und Google aus Angst davor, seine Anzeigenkunden zu vergraulen, die Suchfunktionalitäten nicht in dieser Form umsetzen wird, das ist gut möglich. Andererseits spricht aber auch nichts dagegen, dass Google noch gezielter die einzelnen Leistungsträger (Hoteliers, Vermieter) ansprechen wird und die bezahlten Anzeigen doch stärker mit den Suchergebnissen verknüpft.

Die weitere Entwicklung bleibt jedenfalls spannend und wird nicht ohne Folgen für alle Anbieter von Suchplattformen bleiben, unabhängig von der Branche. Ein interessanter Beitrag zu diesem Thema findet sich hier.

Samstag, 5. Mai 2007

boo.com is back! WRI lüftet Geheimnis um neue "revolutionäre" Travel Website

Kann sich noch jemand an boo.com erinnern? Die englische Company, die Markenbekleidung über's Internet verkaufte, war eine der größten dot.com Pleiten der Geschichte. Knapp 120 Millionen Dollar an Venture Capital wurden damals in den Sand gesetzt, als die Firma im Jahr 2000 das Zeitliche segnete. Am 02. Mai hat jetzt Web Reservations International einen Relaunch von boo.com vorgenommen und zwar als Travel 2.0 Website. Das Projekt wurde bereits auf der ITB Berlin groß angekündigt. Ab das ganze wirklich so revolutionär wie versprochen ist, werde ich demnächst in einem Review hier bei etourismus.info berichten.